Karl Heinz Beuers, der letzte Sternkönig

Anfang der 70er Jahre musste die Vereinsführung erkennen, dass das Sternkönigschiessen am Montagnachmittag sowie der Königsball am Montagabend aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der nachlassenden Beteiligung problematisch für den Verein geworden war. Nach langen Diskussionen im Vorstand und auf der Generalversammlung im Frühjahr 1975 wurde der Beschluss gefasst, das Sternkönigschiessen sowie den Königsball am Montagabend nicht mehr durchzuführen. Dafür ist in Hiddingsel und in jüngster Zeit auch bei einigen Nachbarschützenvereinen eine neue Tradition gewachsen; ein gemütlicher, verlängerter Frühschoppen mit Tanz. Doch so sang- und klanglos wollten unsere Schützen den letzten Sternkönig Karl-Heinz Beuers nicht unter den Tisch fallen lassen. Auf dem Schützenfestfrühschoppen 1975 gab es hierfür eine besondere Zeremonie: Dem Sternkönig wurde die Königskette von dem ältesten Schützen, dem 94jährigen Alois Kleiß, abgenommen. Die Königskette wurde in einem eigens vom Jägerzug gebauten schwarzen Sarg mit der Aufschrift: „Sternkönig Ade“ gelegt und unter dem Trommelwirbel des Spielmannszuges Buldern hinausgetragen. Ob der Sternkönig eines Tages in Hiddingsel zu einem neuen Leben erwachen wird, bleibt der Zukunft unseres Vereines überlassen.

Häufiger Schützenplatzwechsel

Viele ältere Hiddingseler werden sich noch daran erinnern, dass bis in den 50er Jahren die Vogelstange am Dorfausgang Richtung Jeiler gestanden hat. Hier muss sie wohl sehr lange gestanden haben, denn ihr Standort gab schließlich der Straße dorthin ihren Namen: die „Schützenstraße“. Doch der neue Standort am Rande des ersten Sportplatzes am Wido musste 1975 wegen der Erneuerung der Sportanlagen erneut verlegt werden. Bereits im Juni 1973 hatte der Vorstand bei der damaligen Gemeindeverwaltung einen eigenen Schützenplatz in einer Größe von rund 4.500 qm beantragt. Dieser Platz wurde 1974/1975 von der inzwischen zuständigen Stadt Dülmen unter tatkräftiger Mitwirkung vieler Vereinsmitglieder auf dem jetzigen Tennisgelände geschaffen. Die Vogelstange hatte jetzt eine Bleibe gefunden, da begannen die Behörden ihre Forderungen nach einer Schießanlage mit Kugelfang. Mit dem Neubau der Tennisanlage musste der Schützenverein erneut seine Schießstätte wechseln. Wiederum mit Unterstützung der Stadt Dülmen sowie der Vereinsmitglieder konnte im Schatten hochkroniger Eichen am Eingang des Widos 1981 ein neuer Schützenplatz entstehen. Dieser hat bis zur heutigen Zeit dort seinen Standort. Die von den zuständigen Behörden lang ersehnte Kugelfanganlage wurde 1983 in mehr als 200 Stunden Eigenleistung unter der Leitung von Horst Felske fertiggestellt. Die Einzäunung des Schützenplatzes wurde in diesem Jahr durch einige Vorstandsmitglieder erneuert. Vorstand und Offiziere hoffen, dass der jetzige Schützenplatz seine eigene Tradition finden wird.

Kontaktpflege mit Nachbarvereinen

Mit unseren Nachbar-Schützenvereinen Buldern, Elvert, Daldrup und Rödder bestehen wohl die längsten Verbindungen. Die Verbundenheit mit dem Schützenverein Pluggendorf findet sich erstmals 1977 in den Protokollbüchern. In den folgenden Jahren bis einschließlich 1983 haben uns die Pluggendorfer für unser Zelt ihre große Krone geliehen. Nach ihrem Vorbild haben wir dann eine eigene Krone für das Festzelt angefertigt. Mit unseren Schützenbrüdern in Schölling-Holtrup besteht ein regelmäßiger Kontakt ebenfalls seit Anfang der 70er Jahre. Die Verbundenheit mit unseren Nachbar-Schützenvereinen, die auch alle an unserem Jubiläumsumzug am 25.06.1995 teilnahmen, ist uns wichtig. Auch wir wollen künftig diese Zusammenarbeit pflegen.

Schützenverein ein Teil des Dorfes

Die älteste Vereinstradition ist in Hiddingsel im Schützenverein beheimatet. Unser Verein versteht sich als Teil der dörflichen Gemeinschaft und hat sich in der Vergangenheit immer wieder in gemeinsame Aktivitäten eingebracht. Hervorzuheben ist die Mitwirkung bei verschiedenen, mit großem Erfolg durchgeführten Pfarrfesten und am Adventsmarkt der Dorfgemeinschaft. Ein Dorf wie Hiddingsel lebt von Gemeinschaft und gemeinsamen Aktivitäten. Das erfordert Ideen und tatkräftiges Anpacken. Dieses wünschen wir uns und allen Vereinen in Hiddingsel.

Ein Rückblick auf die Zeit zwischen 1995 und Heute

Der Tradition verpflichtet wurde auch in den zurückliegenden Jahren jeweils im Juni mit viel Freude das Schützenfest gefeiert. 1995 errang Hubert Emming als bisher einziger Schütze in der Vereinsgeschichte die Kaiserwürde. Zur Kaiserin erwählte dieser sich damals seine Frau Angela Emming. Leider viel zu früh sind beide von uns gegangen. Hubert Emming verstarb im Jahre 2000, seine Frau Angela im Jahre 2003. Im Jahr 1996 übernahm Michael Winkler das Amt des 1.Vorsitzenden von Ludger Wentingmann. Acht Jahre führte er die Geschicke des Vereins, bis er Anfang 2004 vom jetzigen 1.Vorsitzenden Wolfgang Mütherig abgelöst wurde. Viele Aktivitäten prägen seit Jahren das Vereinsleben. So gehören neben dem Königsfreibier und die Teilnahme am Adventsmarkt auch die schon traditionelle Fahrradtour für alle Hiddingseler Bürger zum Jahresprogramm um die Gemeinschaft zu fördern und auch über die nächsten Jahrzehnte hinaus weiter aufrecht zu erhalten.